Logistikstandort Fürnitz als große Chance

Klagenfurt (LPD). Die Kärntner Landesregierung hat sich im Jahr 2016 dazu entschlossen, das Logistikzentrum Villach-Fürnitz auszubauen, eine notwendige Betreibergesellschaft für die Umsetzung wurde bereits beschlossen. Als ein Vorbild hat man sich Duisburg in Deutschland genommen, wo in einer einst wirtschaftlich eher schwierigen Region ein Logistikstandort eine nachhaltige Entwicklung angestoßen hat. Landeshauptmann Peter Kaiser sowie die Landesräte Christian Benger und Rolf Holub sind auch in Duisburg gewesen, um sich vor Ort ein Bild von diesem Logistikzentrum zu machen. Diese Woche erfolgte der Gegenbesuch. Thomas Schlipköther, Vorstandsmitglied der Duisport AG, war persönlich in Kärnten und besichtigte das Logistikzentrum in Fürnitz. Sofort wurde eine engere Zusammenarbeit beider Standorte vereinbart.

„Wir treiben den Ausbau des Logistikzentrums Villach-Fürnitz als gemeinsames Projekt für Kärnten voran, weil wir damit nachhaltig den Wirtschaftsstandort stärken und Arbeitsplätze schaffen“, betonten Kaiser, Benger und Holub heute, Donnerstag, unisono. Es sei mit dem Vorhaben ein enormes Entwicklungspotential für Kärnten und die benachbarten Regionen verbunden.

„Immer mehr Menschen kaufen immer häufiger im Internet ein. Die Waren werden in aller Welt produziert und müssen über Verkehrswege zu den Abnehmern transportiert werden. Mit dem Logistikzentrum in Fürnitz könnte quasi eine neue, moderne Seidenstraße etabliert und der Umschlagplatz Villach-Fürnitz international genutzt werden“, machte Kaiser deutlich. Der Landeshauptmann sieht viele Chancen mit dem Logistikzentrum verbunden, etwa auch im Forschungs- und Bildungsbereich: „Unsere Universität und Fachhochschule könnten sich mit dem hochkomplexen Thema Logistik wissenschaftlich beschäftigen.“

„Wir sehen an Beispielen, wie es funktioniert, und lernen von den Besten. Das Logistikzentrum in Kärnten hat großes Potenzial auf Grund seiner Lage im Alpen-Adria-Raum“, fasste Benger
zusammen. Damit würden nicht nur die regionalen Wirtschaftskreisläufe durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen gestärkt, sondern Kärnten auch für überregionale Wirtschaftskreisläufe zu einer Drehscheibe. „Wo Verkehr ermöglicht wird, findet wirtschaftliche Entwicklung statt“, so Benger.

Umweltreferent Holub verwies ebenfalls auf den großen Beschäftigungseffekt durch das Logistikzentrum, aber auch auf die Verringerung von Emissionen. „Wir sparen den dieselbetriebenen Schiffen eine fünftägige Fahrt um Europa herum und verlagern Güterverkehr von der Straße auf die Schiene“, meinte er.

Als „Logistic Center Austria South“ soll das Projekt in Fürnitz international beworben werden und man will auch auf den Standort und das Bundesland aufmerksam machen. Mit eingeplant werden sollen sowohl die Möglichkeiten, die sich durch die Baltisch-Adriatische-Achse ergeben werden, als auch bestehende Infrastruktureinrichtungen wie der Flughafen Klagenfurt. Die von der Regierung beschlossene Gesellschaft des „Logistic Center Austria South“ befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum der öffentlichen Hand (51% Babeg, 26% Stadt Villach sowie je 11,5% Gemeinden Finkenstein und Arnoldstein). Zwei Mio. Euro stehen auf fünf Jahre zur Verfügung.

Neben dem Hafen Duisburg wurden von Kärntner Seite bereits positive Gespräche mit den Adriahäfen, den ÖBB und Infrastrukturminister Jörg Leichtfried geführt. Auch mit Vertretern von China Shipping wurden bereits Kontakte geknüpft. Das Management von Duisport hat den Hafen Duisburg in den letzten 17 Jahren zum weltweit größten trimodalen Logistikstandort bei gleichzeitiger Schaffung von über 30.000 neuer direkter und indirekter Arbeitsplätze entwickelt und wird zukünftig diese Know-how bei der Entwicklung des Logistikstandortes in Villach-Fürnitz einbringen. Zusammenarbeiten will man zukünftig auch bei Themen wie z.B. Ausbildung junger Fachkräfte und Entwicklung von Transportketten, aber auch beim möglichen Aufbau von Gütertransporten zwischen den beiden Relationen.