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M❹STER: Towards Smart, Resilience, Sustainable and Safe Multimodal Transport Forwarder

Projektbeschreibung

Basierend auf einer Ausschreibung der Europäischen Kommission HORIZON-CL5-2022-D6-02-07 (Link), arbeitet unser Konsortium, bestehend aus mehr als 15 Partnern (National Institute of Applied Sciences Lyon, Middlesex University, Wirtschaftsuniversität Wien, Universität Kassel , Eindhoven University of Technology, Sogestran Group, Air France Cargo, LCA Logistik Center Austria Süd, usw.), an einem Vorschlag für das M❹STER-Projekt, welches darauf abzielt, eine digitale Plattform zur Unterstützung der Entscheidungsprobleme und-prozesse im multimodalen Transportnetzwerk in Echtzeit zu entwickeln.

Mit diesem Projekt versuchen wir, auf die aktuellen Probleme des multimodalen Transports, darunter Klimawandel, Sicherheit, Störfälle sowie Energie- und Kraftstoffkosten zu reagieren. Infolgedessen sollte die M❹STER-Plattform dazu beitragen, die Betriebskosten zu senken, die Sicherheits- und Nachhaltigkeitsmerkmale des Betriebs zu verbessern sowie mögliche unerwartete Ereignisse proaktiv zu erkennen und die Kontinuität des Betriebs nach dem Auftreten von Störfällen sicherzustellen. Um dies zu erreichen, würde die M❹STER-Plattform verschiedene, am multimodalen Transport beteiligte Akteure (Kunden, Spediteure, Logistikdienstleister, Terminalbetreiber, …) unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse und angebotenen Dienstleistungen zusammenführen und zusätzliche Daten aus mehreren Quellen bereitstellen ( B. Wetterdaten, Sensordaten, Infrastruktur- und GPS-Daten), um die reale Situation der Nutzer zu überwachen, Gefahren und Störungen zu erkennen und folglich die Transportentscheidungen in Echtzeit zu optimieren.

Durch die Digitalisierung von Transportprozessen, Bereitstellung von Echtzeitinformationen und Vorschlag der optimalen Routen, soll die Plattform zu effizienteren, nachhaltigeren, sichereren und belastbareren multimodalen Transportvorgängen beitragen.
Ein wichtiges Ziel zur Effizienzsteigerung im multimodalen Verkehr, ist die Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene. Leider ist das System Schiene in vielen Fällen noch immer nicht wettbewerbsfähig gegenüber der Straße und Kunden/Produzenten haben Vorurteile bezüglich der Qualität und Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs. Die M❹STER-Plattform könnte dazu beitragen, diese Situation zu ändern, indem sie allen Beteiligten innerhalb der Lieferkette einen transparenten Überblick über die erforderlichen Daten und Informationen gibt, um sie zu motivieren, ihre Waren mit multimodalen Transportmitteln zu transportieren, was dazu beitragen könnte, Emissionen zu reduzieren und die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit vom Betrieb zu erhöhen.
Der Grundgedanke hinter der Digitalisierung des „regionalen Schienengüterverkehrs“ ist, dass gerade für kleine und mittelständische Kunden in der Peripherie (Verlader selbst oder deren Dienstleister) ein niederschwelliger und vor allem anbieterneutraler Zugang zum System Schiene für den Last-Mile-Betrieb auf der Schiene ermöglicht wird. Ziel muss es sein, die Anlieferung bzw. Abholung der Wagone aus der Peripherie vom/zum Knoten LCA-Süd möglichst effizient und damit kostengünstig zu organisieren. Dies ist nur durch eine anbieterübergreifende Bündelung der absehbaren kleineren Mengen, einfache und digitale Organisationsstrukturen und ein neutrales Angebot zu erreichen. Der Vorteil liegt einerseits bei den regionalen Kunden, die auf der Schiene mehr Möglichkeiten bekommen, ihre Logistikkette kostengünstig und flexibel zu gestalten. Andererseits liegen die Vorteile auch in den verschiedenen EVU, die keine eigenen Ressourcen für die Region reservieren müssen und auf ihren Hauptläufen mehr Volumen generieren können. Wichtig ist aber auch, dass dieses neue Konzept die bestehenden Strukturen und Partnerschaften am Markt nicht unterbricht und/oder verändert, da dann automatisch mit Widerständen zu rechnen ist. Die IT-Unterstützung muss daher zwei Seiten umfassen: zum einen die Betriebsebene und zum anderen die Kunden- und Informationsebene.

Im Betriebsprozess muss das System zunächst in der Lage sein, Schnittstellen zu allen EVU-Systemen bereitzustellen und sich so möglichst reibungslos in die Systemwelt der Versorger zu integrieren. Denn primäre Kunden für den Last-Mile-Betrieb werden die verschiedenen Versorger sein, die die Weiterleitung ihrer Sendungen vom Knoten zum Gebiet und umgekehrt auslagern.
Ein neutraler Zugang für Kunden in der Peripherie ist unerlässlich, um die heutige Bereitstellungspflicht von Anbietern zu beseitigen. Darüber hinaus können Angebote für regionale Kunden, aber auch Versorger integriert werden, um beispielsweise die genaue Ankunftszeit für die Bereitstellung oder Abholung im ländlichen Raum und im Knoten LCA-Süd anzukündigen oder die Betriebsdatenerfassung zu erleichtern. Ebenso soll das System die komplette Prozessabwicklung des Regionaldienstes von der Buchung, Auftragsabwicklung, operativen Abwicklung, Abrechnung bis hin zum Tracking vollständig digitalisieren.

Um die regionale Wirkung zusätzlich zu unterstützen, soll das System auf Kunden- und Informationsebene die Möglichkeit bieten bzw. bieten können, dem regionalen Kunden Informationen und Unterstützung bei der Planung, Durchführung und Steuerung seiner Logistikprozesse auf der Schiene bereitzustellen. Dies können zum Beispiel einfache Buchungsmöglichkeiten, Tracking- und Tracing-Informationen oder die transparente Bereitstellung von Marktinformationen sein. In diesem Bereich bieten sich auch Partnerschaften mit anderen Regionen an, die ähnliche Ansätze und/oder potenzielle Quell-/Zielregionen verfolgen.